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Patagonien - Argentinien

Am Rücken der Pferde durch die patagonischen Anden zu reiten. Ein nächster Kindheitstraum sollte wahr werden, in der Begleitung mit meiner damaligen Freundin durch den Südzipfel Argentiniens. Ein wilder, verlassener Erteil ist es, das Land der Gauchos. Riesige Estancias, oft Tagesreisen voneinander entfernt, einsame Hirten inmitten Millionen von Schafen. Knapp 2000km Gewalttour warten, durch Pampa und Wind, vorbei an romantischen Seen, kalbenden Gletschern, eisgepanzerten Granitzinnen.

Pferdekauf: für einen "Nichtreiter" ist das keine einfache Sache. Zunächst wird mir ein alter Gaul- mehr Esel als Pferd- angedreht, der gut und gerne 20 Jahre auf dem Buckel hat. Zahnlos und altersschwach ist er, keine 100 km würde der noch schaffen. Mit der Unterstützung eines Gaucho-Freundes werden ich und Marie schließlich aber stolze Besitzer von vier vollblütigen Wallachen.

Und nun geht es richtig los. Doch die Unerfahrenheit bereitet Schwierigkeiten. Denn wer noch nie ein Pferd beladen hat, der erlebt seine blauen Wunder. "Schon oft waren wir das Gepäck nach wenigen Schritten wieder los", schildert " Caballero" Kurt seine ersten Versuche und legt einen großen Teil der gesamten Strecke zu Fuß zurück, die Pferde am Halfter führend: nicht so sehr, um die Tiere, nein, vielmehr, um sein Sitzfleisch zu schonen. Schon monatelang sind wir nun unterwegs, Tagträume im Sattel wechseln mit bockenden Pferden.

Alles Überflüssige ist aus der Welt gewichen, nur der pure Raum bleibt bestehen. Die Gedanken kreisen um das Wesentliche. Du zählt nicht, spricht die Pampa zu dir. Im Leerlauf durch ein leeres Land? Nein! Die Pampa schärft den Blick, die Aufmerksamkeit für Abwechslung. Kleine Oasen mit grünem Futter, dorniges Gestrüpp, vollbehangen mit Calafatebeeren, orgelnde Lustschreie der Revier-Hengst-Guanakos.

Die chilenischen Anden tauchen am Horizont auf. Kompass und Karte sind nun ständige Wegbegleiter. Oft dauert es Stunden, um die richtige Richtung zu bestimmen. Das Terrain wird immer unwegsamer. Für wenige Kilometer wird oft eine ganze Tagesetappe benötigt. Unbarmherzig reibt der harte Holzsattel unter dem Hintern.

Oft hängen die Reiter wie zwei Häufchen Elend auf dem Pferd. Nur selten verirrt sich noch eine Forelle in die Pfanne, immer öfter plagt der Hunger. Steiler und steiler werden die Abhänge, der Weg führt über unüberschaubare Geröllfelder. Bis sich wie aus dem Nichts die Gipfel von Fitz Roy und Cerro Torre aus der Steppe erheben. Das legendäre Ziel ist erreicht. Weiße Granitzinnen, die zu den Göttern aufragen, gebadet im herbstlichwarmen Sonnenlicht. Still und stumm verharren die Betrachter bei soviel Zauber der Natur.